AIDS ist nicht heilbar
Prävention stärker ins öffentliche Bewusstsein tragen
AIDS ist eine chronische, lebensbedrohliche Erkrankung, die durch das human immunodeficiency virus (HI-Virus, HIV) verursacht wird. Entgegen manch öffentlicher Meinung ist AIDS ein aktuelles Thema. Nur, weil den AIDS-Hilfen in Deutschland immer weniger finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden und durch die neuen Medikamente viele Betroffene wieder ein lebenswertes Leben führen können, hat sich am Thema nichts geändert. AIDS kann man noch nicht heilen.

Diese AIDS-FAQ soll die wichtigsten Fragen zum Thema beantworten:

Was ist A I D S ?
AIDS ist die Abkürzung für "Acquired Immune Deficiency Syndrome" (übertragbare Immunschwäche). AIDS ist eine Krankheit, die in den meisten Fällen zum Tod führt, weil bisher kein Medikament zu ihrer Vorbeugung oder ihrer Heilung gefunden wurde
Was ist HIV ?
Die Krankheit AIDS wird durch HIV (Humanes Immundefekt Virus) hervorgerufen. 1983/84 wurde das Virus HIV-1 entdeckt, wenig später HIV-2. Beide Virustypen und ihre Untergruppen (Subtypen) weisen spezielle Merkmale auf und kommen je nach Kontinent unterschiedlich häufig vor.
Wie kann man sich infizieren?
Eine Infektion mit dem HI-Virus ist nur möglich, wenn virushaltige Körperflüssigkeit einer infizierten Person über bestimmte Eintrittspforten ( z.B. offene Hautverletzung oder verunreinigte Spritzen ) in den Körper einer anderen Person gelangt.
Virushaltige Körperflüssigkeiten sind:
  • Blut
  • Samenflüssigkeit des Mannes
  • Scheidensekret der Frau
  • Muttermilch
  • In anderen Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen (Speichel, Tränen, Urin, Kot) infizierter Personen sind zwar geringe Virusmengen nachgewiesen worden, diese reichen aber in der Praxis offensichtlich nicht aus, um andere Personen anzustecken.
Nicht jedes Ansteckungsrisiko führt zu einer Infektion. HIV ist (verglichen z.B. mit dem Grippevirus) ein relativ schwer übertragbares Virus.
"Risikogruppen" sind:
  • männliche Homosexuelle: hier kommen mehrere Voraussetzungen für ein Infektion zusammen:
  • Austausch virusreichen Samens
  • durch Analverkehr treten Wunden auf, die das Virus leichter ins Körperinnere kommen lassen
  • wechselnder sexueller Kontakt
  • Fixer (Drogengebraucher): Diese benützen oft ihre Bestecke zur Einnahme von Drogen gemeinsam und geben so die Infektion weiter.
  • Bluterkranke:Diese müssen aus Blutkonserven hergestellte Medikamente einnehmen. Hierfür hatten auch viele AIDS - Kranke Blut gespendet, so dass es zu verseuchten Präparaten kam. Dies kann heute nicht mehr passieren, da die Blutspender kontrolliert werden und die Viren, falls doch welche vorhanden sind, durch eine Hitzebehandlung abgetötet werden.
  • Kinder:Wenn sie das Virus schon bei der Geburt haben, beginnt die Krankheit schon im 10. Lebensmonat.
  • Lange Zeit stellte man diese 4 Bereiche als Risikogruppen dar. Doch heut zu Tage kann ein Risikobereich nicht mehr so leicht herauskristallisiert werden, besonders bei Homosexuellen. Denn immer mehr steigt die Zahl der Ansteckungen durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr. Drogenabhängige Prostituierte tragen einen großen Teil dazu bei, da sie bereit sind für mehr Geld auf den Schutz zu verzichten.
Somit ist AIDS ein Problem für jeden geworden. Das AIDS - Virus hat sich anscheinend auf die Übertragung durch sexuellen Kontakt spezialisiert.
Ist AIDS heilbar?
Die HIV-Erkrankung ist nach wie vor nicht heilbar, aber wenn rechtzeitig eine sogenannte antiretrovirale Thearpie ("ART") gegen HIV begonnen und diese konsequent weitergeführt wird, bestehen gute Chancen, über viele Jahre und Jahrzehnte mit HIV leben und eine schwere Immunschwäche verhindern zu können. Dazu müssen die antiretroviralen Medikamente allerdings nach heutigem Wissensstand lebenslang eingenommen werden.
Wo finde ich Hilfe?
Zum Beispiel bei der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH). Die DAH wurde 1983 in Berlin gegründet und ist seit 1985 der bundesweite Dachverband von mittlerweile etwa 130 örtlichen AIDS-Hilfen. Sicher finden Sie in Ihrer Umgebung eine örtliche AIDS Hilfe.
Wie kann festgestellt werden, ob ich mich infiziert habe?
Aufgrund von Informationsmangel über die ansteckende Abwehrschwäche AIDS fühlen sich heute viele Menschen beunruhigt. Sie sind besorgt, ob sie sich vielleicht angesteckt haben könnten. Eine Infektion mit HIV kann zum einen durch den HIV-Antikörpertest (indirekte Methode), zum anderen durch den Virusnachweis (direkte Methode) festgestellt werden. Wie und wann sich eine HIV-Infektion zu einem Immundefekt entwickelt, hängt von zusätzlichen Umständen ab, die im Einzelnen noch nicht bekannt sind. Für das Leben mit HIV gibt es keine "goldene Regel". Jeder sollte seinen eigenen Weg im Umgang mit dem Virus finden und, wenn nötig, Hilfe in Anspruch nehmen. Hilfreich sind ein soziales Umfeld, das Rückhalt und Unterstützung gibt, sowie eine bedürfnisorientierte medizinische Versorgung und Pflege.

Testen kann man sich bei jedem niedergelassenen Arzt sowie bei den Gesundheitsämtern jeder Stadt. Wer einen kostenlosen und anonymen HIV-Antikörpertest machen möchte, dem empfehlen wir den Gang zum Gesundheitsamt.

Wichtiges über den HIV-Antikörpertest in Kürze:
  • Der Test darf nur mit ihrer Einwilligung durchgeführt werden - sonst ist diese Maßnahme rechtswidrig!
  • Der Test kann eine früher erfolgte Ansteckung mit dem AIDS - Erreger HIV nachweisen, nicht aber eine zukünftige Erkrankung oder eine kurz zuvor erfolgte Ansteckung!
  • Der Test kann nichts über die Zukunft aussagen. Er ist keine Vorbeugungs- und Schutzmaßnahme. Für Ihren Schutz vor einer zukünftigen Ansteckungsgefahr können nur Sie selbst die Verantwortung übernehmen!
  • Zwischen einem Ansteckungsrisiko und dem HIV-Antikörpertest müssen mindestens drei Monate vergangen sein! Erst dann kann man mit Sicherheit die HIV-Antikörper nachweisen. Zum Test gehört unbedingt eine persönliche, ausführliche Beratung vorher und bei der Ergebnismitteilung!
Bei Fragen oder Unsicherheiten lassen Sie sich beraten - wenn sie wollen auch anonym (ohne Namensnennung).
Was passiert bei einer Infektion mit dem HI-Virus?
Ist das Virus in den Körper gelangt, kann es zentrale Zellen des Abwehrsystems zerstören. Nach der Infektion sind die meisten Menschen aber lange Zeit (bis zu 10 Jahren und länger) gesund und haben keine Beschwerden. Im Gegensatz zu manchen anderen Krankheiten ist von außen nicht zu erkennen, ob jemand HIV-Infiziert ist oder nicht. Deshalb ist es wichtig zu wissen: Auch infizierte Menschen ohne Krankheitssymptome können andere Menschen anstecken.
Wie kann ich mich vor einer Infektion schützen?
Bei infizierten Mensch befindet sich HIV - die Viren, die Aids auslösen - im Blut und in anderen zellreichen Körperflüssigkeiten wie Samen- und Scheidenflüssigkeit. Kommt eine dieser virushaltigen Flüssigkeiten in die Blutbahn eines anderen Menschen, kann dieser infiziert werden. Der Zugang kann eine offene Hautverletzung sein oder - unbemerkt immer vorhandene - kleinste Verletzungen der Schleimhäute, besonders in den Geschlechtsorganen und im Enddarm. Das macht verständlich, warum HIV am häufigsten durch Sexualverkehr übertragen wird: dabei können selbst feinste Schleimhautrisse zu "Eintrittspforten" für die Viren werden. Beim eindringenden Geschlechtsverkehr ist die Verwendung eines Kondoms der einzige Schutz, der dieses verhindern kann. Darüber hinaus gibt es aber auch viele sexuelle Ausdrucksmöglichkeiten, bei denen keine Übertragung von Körperflüssigkeiten stattfindet. Sie werden unter dem Begriff "Safer Sex" zusammengefaßt, d.h. Praktiken, die den Sex sicherer machen im Hinblick auf HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten. Auch gegenseitige Treue nicht infizierter Menschen ist ein Schutz gegen HIV, wenn sich beide Partner der Treue des anderen wirklich sicher sein können! Der zweithäufigste Übertragungsweg ist die gemeinsame Benutzung von Injektionsspritzen bei Drogenabhängigen. Hier erfolgt die Ansteckung über Blutreste in der Nadel. Dies ist nur über die Verwendung von Einmal - Spritzen oder durch konsequente Benutzung eines eigenen Spritzbestecks zu verhindern. Infektionen auf öffentlichen Toiletten, in Schwimmbädern, in der Sauna, über Geschirr und Besteck oder ähnliche Gegenstände können ausgeschlossen werden. Durch unverletzte Haut kann das Virus nicht eindringen. Von daher ist ein alltäglicher Umgang miteinander - auch wenn man mit HIV-Infizierten Menschen eng zusammenlebt - ohne Infektionsrisiko möglich. Früher wurde im Zusammenhang mit Aids und HIV oft von "Risikogruppen" gesprochen, womit vor allem Homosexuelle und Fixer gemeint waren. Es gibt jedoch keine Risikogruppen sondern nur Risikosituationen, die bei bestimmten Lebensweisen häufiger auftreten können. Jeder Mensch kann und muß für seinen Schutz selbst die Verantwortung übernehmen!
Welche Krankheiten kann ein infizierter Mensch bekommen?
AIDS zu haben bedeutet, als HIV-infizierter Mensch irgendwann eine AIDS-definierende Erkrankung erlitten zu haben, nicht mehr und nicht weniger. 1993 wurde durch die amerikanischen Gesundheitsbehörden und der WHO in einer langen Liste festgelegt, welche Erkrankungen AIDS-definierend sind und welche nicht. So ist zum Beispiel ein Pilzbefall der Speiseröhre AIDS-definierend, der Befall der Mundhöhle jedoch nicht. Die meisten AIDS-Erkrankungen treten erst bei einem deutlich geschwächten Immunsystem auf, allerdings gibt es Krankheiten wie das Kaposi-Sarkom oder die Tuberkulose, die durchaus bei Helferzellen über 300/µl und mehr vorkommen können. Der Empfehlung der Amerikaner, einen Abfall der Helferzellen auf unter 200/µl ebenfalls als AIDS zu bezeichnen, sind die europäischen Behandler im übrigen nicht gefolgt. Die AIDS-Definition, ursprünglich in erster Linie als epidemiologisches Instrument gedacht, um die Ausbreitung der HIV-Epidemie besser beobachten zu können, besitzt zweifellos eine wichtige soziale Komponente. In vielen Ländern berechtigt erst die Diagnose AIDS zur medizinischen Versorgung, und auch hierzulande kann es mit AIDS leichter sein, eine Rente durchzuboxen oder bestimmte, nicht leistungspflichtige Therapien durch die Krankenkassen ersetzt zu bekommen. Deshalb plädieren viele Experten dafür, die Definition von AIDS weiter auszudehnen und andere, oft mit der HIV-Infektion verbundene Erkrankungen wie die Mikrosporidiose, das Hodgkin-Lymphom oder auch die viszerale Leishmaniose mit in die Liste AIDS-definierender Krankheiten aufzunehmen. Nicht zu unterschätzen sind allerdings die psychischen Auswirkungen, die die Diagnose AIDS für Patienten nach sich ziehen kann. Ob Trauma oder Stigma - für HIV-Patienten ist es wichtig zu wissen, daß der emotional besetzte Begriff AIDS, mit dem gemeinhin Formulierungen wie "Endstadium" und "Vollbild" assoziiert werden, im Zeitalter antiretroviraler Therapien allmählich eine andere Bedeutung erhalten hat. Früher bedeutete die Diagnose AIDS tatsächlich meist den Anfang vom Ende und läutete oft einen monatelangen, manchmal sogar Jahre währenden körperlichen Verfall ein. Heute sind viele AIDS-Erkankungen gut zu beherrschen und mitunter sogar heilbar.
Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es zur Zeit?
Inzwischen gibt es eine Reihe von Medikamenten, die gegen die Vermehrung von HIV eingesetzt werden, sogenannte Virushemmer. Zudem ist es heute möglich viele opportunistische Infektionen zu erkennen und erfolgreich zu behandeln. Einigen kann sogar vorgebeugt werden. Virushemmende Medikamente verlängern in der Regel die symptomfreie Zeit oder bessern Symptome. Neuere Studien belegen auch, dass durch Kombinationstherapien die Lebenserwartung steigen. Es gibt kein Mittel, das die HIV-Infektion rückgängig macht oder ausheilt. Es gibt auch keine allgemeingültigen Rezepte für Verhaltensweisen, die ein möglichst langes Leben mit dem Virus garantieren könnten. Es liegen jedoch eine Menge Erfahrungen vor, die belegen, dass es auch mit HIV möglich ist, eine erfülltes Leben zu führen. Die HIV- Infektion soll also kein Grund sein zu resignieren und in die Einsamkeit zu flüchten. Ein HIV- positives Ergebnis bedeutet nicht gleich Krankheit, nicht gleich Sterben, nicht gleich Tod. Auch mit HIV ist ein erfülltes Leben möglich. Um sich vor dem Ausbruch zu schützen, sollte man ein inneres Gleichgewicht schaffen. Es ist auch wichtig Entlastung zu schaffen und viel zu schlafen. Vor allem eine gute und ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, den Körper und das Immunsystem zu stabilisieren.
Was ist der WAT ?
Der Welt-AIDS-Tag (WAT) wird seit 1988 jährlich am 1. Dezember begangen, nachdem sich an diesem Tag die Gesundheitsminister auf einem Weltgipfel für eine von sozialer Toleranz geprägte Gesinnung und einen intensiveren Austausch von HIV- und AIDS- bezogenen Informationen aussprachen. Er ist ein Tag der Solidarität mit Menschen mit HIV und AIDS und denen, die ihnen nahe stehen, aber auch ein Tag, an dem deutlich gemacht wird, dass für diese Menschen jeder Tag des Jahres ein AIDS-Tag ist. Die AIDS-Hilfen nehmen ihn zum Anlass, auf vielen Veranstaltungen - von Infotischen in der Fußgängerzone über Podiumsdiskussionen bis zu Benefizabenden - ihre Arbeit darzustellen und zu Spenden aufzurufen, um ihre praktische Arbeit - Aufklärung, Information, Beratung, Betreuung, Pflege und Selbsthilfe - finanzieren zu können. Der Welt-AIDS-Tag ist aber auch ein Tag der Mahnung an die Politikerinnen und Politiker, sich ihrer politischen und finanziellen Verantwortung für eine AIDS-Politik zu stellen, die an den Lebensrealitäten der Hauptbetroffenengruppen ausgerichtet ist.

Die vorangegangenen Welt-AIDS-Tage standen unter folgenden Mottos:
  • "Schließt euch den weltweiten Bemühungen an" (1988)
  • "Unser Leben, unsere Welt - lasst uns für einander sorgen" (1989)
  • "Frauen und AIDS - Passt wie die Faust aufs Auge" (1990)
  • "Gemeinsam die Herausforderung annehmen" (1991)
  • "Eine gesellschaftliche Verpflichtung" (1992)
  • "Zeit zu handeln" (1993)
  • "Familien kümmern sich" (1994)
  • "Gemeinsame Rechte, gemeinsame Verantwortung" (1995)
  • "Eine Welt - eine Hoffnung" (1996)
  • "Kinder in einer Welt mit AIDS" (1997)
  • "Impulse für den Wandel - Welt-AIDS-Kampagne mit jungen Menschen" (1998)
  • "Einander zuhören, von einander lernen, mit einander leben – Welt-AIDS-Kampagne mit Kindern und jungen Menschen" (1999)
  • "AIDS: Männer stellen sich der Verantwortung" (2000)
  • "AIDS – das geht mich an … Dich auch?" (2001)
  • "denkwürdig / Ausgrenzung macht krank" (2002)
  • "Leben und leben lassen / Ausgrenzung abwehren" (2003)
  • "Frauen, Mädchen, HIV und AIDS" (2004)
  • "Gemeinsam gegen AIDS. Wir übernehmen Verantwortung – für uns selbst und andere" (2005-2010)
Was symbolisiert der RED RIBBON ?
Die Rote Schleife (Red Ribbon) hat sich weltweit als Symbol durchgesetzt: für die Solidarität mit Menschen, die von AIDS als Infizierte, Erkrankte, Gefährdete, Angehörige oder Freunde besonders betroffen sind. Mit der Anstecknadel zeigen sie ihre Anteilnahme und Engagement. Mit einer Spende unterstützen sie ganz praktisch die schwierige Arbeit der AIDS - Stiftungen, AIDS - Hilfen oder anderer Organisationen, die sich für Menschen mit HIV und AIDS einsetzen.
Interessante LinksRed Ribbon - www.Welt-Aids-Tag.de
Die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (DAH)
Joachim Kuhlmann-Stiftung
AIDS-Aktivist Uwe Görke
Informationen zum Welt-AIDS-Tag
BZgA: „Gib AIDS keine Chance"
mach's mit-Kampagne der BZgA
Vergiss AIDS nicht e.V.
Ich weiss was ich tu...



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Martin Schneider, Bruce Darnell und Wiegald Boning zum Thema "Mach´s mit!"